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Festschrift

20 Jahre Johanneshaus

Malteser-Johanniter–Johannes-Häuser

Der Orden ist völkerrechtlich souverän, untersteht dem Papst direkt und ist heute weltweit tätig. Aus dem Ordenstitel lässt sich seine Geschichte ablesen. In Jerusalem versorgte er die Pilger und schützte mit dem Schwert als Teil des Kreuzfahrerstaates den Glauben. 1292 verließen die Kreuzritterorden zwangsweise Palästina, gingen zunächst nach Zypern und im Falle der Johanniter 1309 nach Rhodos und von dort - in der Neujahrsnacht 1521/22 vertrieben durch Suleiman den Prächtigen - über Italien auf die Insel Malta, die ihnen durch Karl V als Lehen übertragen wurde. Der historische Verdienst des Ordens ist die vergessene Medizin des Altertums durch die mohammedanischen Ärzte in den Hospizen (2000 Patienten am Tag auch auf Rhodos und Malta) wieder ins europäische Bewusstsein gehoben sowie das Vordringen der osmanischen Türken ins westliche Mittelmeer unterbunden zu haben (durch die Operationen von Rhodos aus, Abwehr der osmanischen Belagerung von Malta, 1571 Beteiligung an der Seeschlacht von Lepanto).

1792 mussten die Malteser, von Napoleon gezwungen, Malta verlassen, um sich nach langer Irrfahrt und Krisenzeit bis auf den heutigen Tag in Rom niederzulassen. Damit verlor der Orden seine militärische Aufgabe und kehrte ganz im Sinne des Gründers zu seinem Propium zurück. Der Glaube ist in der Moderne nicht mehr mit dem Schwert zu verteidigen, sondern nur durch das bezeugte Leben im Glauben und gegebenenfalls durch das Zeugnis seiner Märtyrer.

Die Hilfe für die Bedürftigen geschieht ohne Ansehen der Konfession (Grundsatz seit Jerusalem) oder der Weltanschauung, dezentral weltweit mit Hilfe der nationalen Assoziationen des Ordens, koordiniert über die Ordensregierung in Rom. Wer den Titel unserer Unternehmung noch einmal liest, weiß jetzt, was die Malteser sind, auch dass der heilige Johannes der Ordenspatron ist. Was hat es aber mit den heutigen Johannitern auf sich? Bereits 1382 baten die Komture der Balley (Ordensprovinz) Brandenburg um mehr Autonomie.

Der Großmeister gestand ihnen die Wahl eines Herrenmeisters aus ihrer Mitte zu, der sie vor Ort führen sollte. In der Reformation wurde die Balley protestantisch, führte den Namen Johanniter weiter, blieb aber Malta durch die vertragsgemäße Notifizierung der Wahl des Herrenmeisters an den Großmeister bis heute treu und leistete bis ins 18. Jahrhundert seine Subsidien an Malta. Heute ist der Johanniter-Orden unabhängig ohne je offiziell noch von Malta ausgeschlossen worden zu sein. Malteser und Johanniter arbeiten auf manchen Einsatzfeldern zusammen. Die Malteser-Johanniter Johannes- Häuser sind seit 1991 das erste Jointventure beider Orden seit der Reformation - ein echtes Stück Ökumene.

Schutz des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen - ein Ordenspropium, das nicht an Aktualität verliert. Die Christen sind gegenwärtig die meist verfolgte Religion der Welt. Bedürftigkeit stellt sich vielfältig und vielschichtig dar, ganz besonders bei unseren an den Rand der Gesellschaft gedrängten psychisch Kranken. Malteser und Johanniter mit ihren unverzichtbaren Mitarbeitern wissen um die Nöte unserer Zeit und dienen mit ihren oft bescheidenen Mittel – gemessen an der Not der Menschen unserer Tage - wie es der Herr uns aufgetragen hat.

 

Peter Graf von Pfeil, Souveräner Malteser-Ritter-Orden (SMRO), Ehren- und Devotion-Ritter (EDR) in Obödienz, (Vorsitzender des Kuratoriums)